|
Gold
History
Gold
ist eines der zehn Elemente des Altertums. Die ältesten Funde stammen
aus dem 5. Jahrtausend vor Christus. Bei den ägyptischen Pharaonen galt
Gold als göttliches Metall. Sie betrachteten sich als Abkömmlinge des
Sonnengottes. Gold war ein Mittel, um Unsterblichkeit zu erlangen, daher
wurde ein verstorbener Pharao von Gold umhüllt, bzw. die Grabkammer mit
Gegenständen aus Gold und Silber gefüllt. Als im Jahre 1922 das Grab
Tutanchamuns ausgehoben wurde, fanden die Forscher die Mumie des Pharaos
von drei Särgen umgeben, wobei der innere aus massivem Gold bestand und
über 108 Kilogramm wog. In der Grabkammer fanden sich Streitwagen aus
Weißgold, goldene Ruhebetten, Statuen und Tutanchamuns Thronsessel, der
vollständig mit Goldblech überzogen war.
Das
römische Weltreich wurde teilweise auf der Basis von geraubtem Gold und
Silber errichtet. Innerhalb von dreihundert Jahren gelang es den Römern,
alle bekannten Minen und Schätze der damals bekannten Welt unter ihre
Kontrolle zu bringen. Gold und Silber galten als feste Währung, und
überall zeugten goldene Verzierungen und Statuen vom Reichtum des
römischen Lebens. Die Römer kannten bereits ein Reinigungsverfahren
durch Ausschmelzen mit Blei, Kochsalz oder Kreide.
Gold
war auch eine der Triebfedern für Christoph Kolumbus' Suche nach einem
neuen Seeweg nach Indien. Im 16. Jahrhundert landete der spanische
Eroberer Hernández Cortés in der Nähe des heutigen Vera Cruz und
unterwarf das Volk der Azteken. Der Aztekenkönig Montezuma empfing die
Spanier mit Goldgeschenken, doch dies stachelte natürlich die Gier der
Spanier um so mehr an. Sie hielten den König mit Lügen hin und
ermordeten ihn und seine Gefolgsleute bei einer günstigen Gelegenheit.
Außerdem verwüsteten sie die Aztekenhauptstadt und verübten ein
grausames Gemetzel unter der Bevölkerung. Das gesamte Gold der Azteken
wurde mit Schiffen nach Spanien abtransportiert. Diese Geschichte
wiederholte sich im Lauf der Zeit in vielen anderen Variationen, sei es
bei der Ermordung des Inkakönigs Atahualpa durch den spanischen Eroberer
Pizarro im Jahre 1532, oder bei der Ermordung tausender Indianer durch
westliche Siedler in den Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert.
Im
Mittelalter versuchten die Alchimisten durch die sogenannte
Transmutation (Umwandlung) aus anderen Stoffen Gold künstlich
herzustellen, was ihnen aber niemals gelang. Sie hielten Zinnober und
Quecksilber für eine Vorstufe des sogenannten "Stein der Weisen".
Darunter stellte man sich einen magischen Stoff vor, welcher die
Fähigkeit besaß, aus wertlosen Metallen Gold herzustellen. Das
alchemistische Symbol des Kreises stellte in seiner ursprünglichen Form
die Sonnenscheibe dar.
Eigenschaften:
Gold
ist ein goldgelb glänzendes Edelmetall, das eine sehr hohe Dichte
besitzt. Es ist das dehnbarste aller Metalle, aus 1g Gold lässt sich ein
3km langer Draht ziehen. Das Metall lässt sich zu Blattgold auswalzen,
das eine Dicke von ca. 1 Mikrometer besitzt. Das gelb glänzende
Blattgold erscheint bei der Durchsicht blau-grün. Gold lässt sich mit
anderen Metallen legieren, mit Quecksilber erhält man Amalgam. Neben
Silber und Kupfer gehört Gold zu den drei besten Leitern von Wärme und
elektrischem Strom. Gold ist ein sehr edles und korrosionsbeständiges
Metall, das von Luft, Wasser und Säuren nicht angegriffen wird. Nur
Chlorwasser oder Königswasser vermögen Gold zu lösen.
Vorkommen:
Gold gehört zu den seltenen Elementen und steht vor Platin an 75. Stelle der Elementhäufigkeit. In der Erdkruste bis 16km Tiefe findet sich das Gold mit einem Anteil von 4,1mg/t im Gestein, Eisenmeteoriten besitzen einen durchschnittlichen Anteil von 1,8g/t und das Meerwasser enthält 1-2 Mikrogramm Gold pro Kubikmeter Wasser. In der Natur kommt es hauptsächlich als "gediegen Gold" elementar vor und ist aber fast immer mit Silber und anderen Metallen wie Kupfer, Bismut und Quecksilber verunreinigt. Gold mit einem Gehalt von mehr als 30% Silber wird Elektrum genannt. Körner, Klumpen oder "Nuggets" finden sich in Flusssanden, die durch "Goldwaschen" herausgesucht werden können.
Der bisher größte Nugget der Welt wurde im Jahr 1931 in der Nähe von
Kalgoorlie/Westaustralien gefunden. Es ist der "Golden Eagle" mit einer
Länge von 67,4cm und einer Breite von 29,2cm! Er bingt das Gewicht von
71,177kg auf die Waage!
Die
Nuggets stammen ursprünglich aus Quarzgängen, die bei der Verwitterung
vom Wasser weggewaschen wurden. Aufgrund seiner hohen Dichte setzten
sich die herausgewaschenen Körner im Flusssediment als "Seifen" ab.
Manche Mineralien wie Quarz oder Pyrit sind geringfügig mit Gold
verunreinigt.
Die
größten Goldvorkommen der Erde befinden sich am Witwatersrand in der
Republik Südafrika. Dort beträgt der Goldgehalt bis 45g/t Quarzgestein.
Andere bedeutende Vorkommen liegen in Mother Lode/Kalifornien, in
Cripple Creek/Colorado, in Alaska, in Kanada, im Ural, in Ghana oder in
Simbabwe. Der größte bisher gefundene Goldklumpen hatte ein Gewicht von
71kg und wurde in Australien in Kalgoorlie zu Tage gefördert. Die
wichtigste Fundstelle in Europa liegt in Siebenbürgen. In Deutschland
gewinnt man das seltene Metall zusammen mit anderen Edelmetallen aus
Kupferkies und Bleiglanz, wobei der Goldgehalt je Tonne Erz bei etwa
einem Gramm liegt. Die weltweiten Reserven werden auf etwa 60000 Tonnen
geschätzt. Die Goldvorkommen in den Weltmeeren machen jedoch mehrere
Millionen Tonnen aus, diese Gewinnungsmöglichkeit ist momentan jedoch
noch nicht wirtschaftlich.
Goldgewinnung:
Die
älteste Methode zur Goldgewinnung ist das Goldwaschen. Bei diesem
Verfahren werden Flusssande in einer industriellen Anlage oder auch nur
mit einer einfachen Waschpfanne aufgeschlämmt, so dass sich die
Goldnuggets oder Goldplättchen am Boden oder am Rand der Waschpfanne
aufgrund ihrer hohen Dichte absetzen.
Heute
spielen im wesentlichen zwei industrielle Verfahren eine bedeutende
Rolle: Bei der Amalgierung wird das goldhaltige Gestein in Mühlen
zermahlen und mit Wasser und Quecksilber vermischt. Das Gold bildet mit
dem Quecksilber eine Legierung (Amalgam), aus der durch Destillation bei
600°C das Quecksilber abdestilliert werden kann. Durch das Verfahren
können etwa zwei Drittel des Goldes aus dem Gestein herausgelöst werden.
Zur Gewinnung des restlichen Goldes bedarf es der Cyanidlaugerei, die
1887 durch die Schotten MacArthur und Forrest erfunden wurde. Bei diesem
Verfahren wird das fein zermahlene Gestein mit Natrium- oder
Kaliumcyanidlösung unter Zufuhr von Luftsauerstoff versetzt. Das Gold
geht dabei eine komplexe Cyanidverbindung ein, aus der es durch
Reduktion mit Zinkspänen rein gewonnen werden kann. Das Gold setzt sich
am Boden als Schwamm ab. Der Niederschlag wird filtriert, getrocknet und
geröstet, danach mit Hilfe eines Flussmittels wie Borax geschmolzen und
in Barren vergossen.
Verwendung:
Gold
war lange Zeit ein wichtiges Währungsmetall, was es jedoch seit 1978
nicht mehr ist. Trotzdem lagern etwa zwei Drittel der Goldreserven in
staatlichen Depots als Währungsreserven. In der Technik besitzt das Gold
ganz im Gegensatz zu Platin nur eine geringe Bedeutung, da in der
Zwischenzeit billigere Ersatzstoffe zur Verfügung stehen. Eine
bedeutende Rolle spielt es in der Zahnmedizin als Dentalgold, in der
Elektronik zur Herstellung von Schaltkontakten und in der Optik zur
Herstellung hochwertiger Spiegel, Sonnenschutzgläser und Reflektoren für
Satelliten. Das galvanische Vergolden von Gegenständen zum Schutz vor
Korrosion hat vor allem in der Weltraumfahrt eine gewisse Bedeutung. Das
0,1 Mikrometer dicke Blattgold wird zum Verzieren von Gegenständen oder
bei der Restauration von Kunstgegenständen eingesetzt. Als Cassiusscher
Goldpurpur wurde Gold gelegentlich zum Färben von Glas und Porzellan
verwendet. Derartige Gläser färben sich kräftig rubinrot, was auf das
Vorhandensein von kolloidalem Gold zurückzuführen ist.
|